Zusammenfassung
Wir
schreiben
das
Jahr 1993. Die Sowjetunion wurde vor Kurzem aufgelöst, der Bandenkrieg
nähert
sich seinem Höhepunkt. Es ist beispiellos, wieviel Blut vergossen wird.
Zu
dieser Zeit bildet sich sich eine neue Elite: die Finanzelite. Wer
mithalten
will, muss zu Gewalt greifen, und in Kauf nehmen, dass er sowohl ins
Fadenkreuz
der Polizei als auch in das der Konkurrenten kommt, und somit oft mehr
Feinde
als Freunde hat. Einer der Prominentesten dieser neuen Elite ist Boris
Beresowski. Seinen Werdegang von einem mittellosen Mathematiker zu
einem der
einflussreichsten Menschen Russlands beschreibt Paul Klebnikov in
seinem Buch
sehr gut. Von den Anfängen der Bandenkriege in Moskau, über Beresowskis
Einstieg
beim Autokonzern Awtowas, über manipulierte Auktionen und der
Wahlkampfunterstützung für Jelzin, bis hin zu Putins Amtsantritt wirft
Paul
Klebnikov einen kritischen Blick auf die Geschehnisse in Russland und zeigt wie weit das Netz aus Korruption und Kriminalität reichte.
Fazit
Wer
erfahren
möchte, wie die Oligarchen zu ihrem Vermögen kamen, kann dies mit Hilfe
von
Klebnikov am Beispiel von Boris Abramowitsch Beresowski nachvollziehen.
Klebnikov ist einer der wenigen Autoren, der Russlands Abstieg von
einer
Weltmacht zu einem armen Land auf den Grund geht. Er versucht zu
verstehen und
zu erklären, warum Russland nicht denselben Weg wie China gegangen ist,
und nun, im Gegensatz zu China, eine sehr schlecht funktionierende
Wirtschaft hat.
Leider
hat
das
Buch, das ein sehr brisantes Thema behandelt, nur eine geringe Auflage
in
Deutschland, und wurde nach der 1. Auflage von 2001 nicht nochmals
gedruckt,
was zur Folge hat, dass man es nicht unter 40ˆ anschaffen kann. Für
alle
englisch- und russischsprechenden unter uns dennoch kein Problem: auf
russisch
kann man es kostenlos im Internet lesen, auf englisch bekommt man es
für unter
15$. Aber auch auf Deutsch ist das Buch sehr sehr lohnenswert.
Zum
Autor:
Paul
Klebnikov (*
3. Juni 1963, New York, † 9.
Juli 2004, Moskau) war US-Amerikanischer Journalist sowie der erste
Chefredakteur von
ForbesRussia.
Klebnikov
promovierte
an
der
London School of Economics in Russischer Geschichte.
Von
1989 bis 1999 schrieb Klebnikov Artikel für Forbes über Russland. Im
Mai 2004,
kurz vor seinem Tod, wurde Klebnikov Chefredakteur vom neugeschaffenen
ForbesRussia.
Neben "Der Pate des Kreml" schrieb Klebnikov noch "Gespräch mit
dem Barbaren" (bisher nur auf russisch erhältlich). Am 9. Juli 2004
wurde
er von zwei Unbekannten vor dem Gebäude von Forbes in Moskau
angeschossen, auf
dem Weg ins Krankenhaus starb er. Drei tschetschenische Verdächtige
wurden
festgenommen, jedoch wieder freigesprochen. Der Mord an ihm stellt
einen der bekanntesten, unaufgeklärten Auftragsmorde der Geschichte
dar, die die Welt erschütterten.
ISBN: 3430154758
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