Ludwigskirche in Saarbrucken

Sankt Peterburg
Schüleraustausch zwischen
dem Gymnasium Nr. 17 in Tscherkessk und der Gesamtschule Neunkirchen

"Denn, wer sich kennt, schießt nicht aufeinander"
Marianne Granz, Präsidentin der WOG im Saarland e.V.

Text von: Ralph Schmidt und Waldemar Weirich

In der Zeit vom 13.04.2010 bis zum 20.04.2010 besuchte eine Delegation aus Tscherkessk, der Hauptstadt der nordkaukasischen Teilrepublik Russlands Karatschai-Tscherkessien, das Saarland. Das Ziel des Besuches war, eine Schulpartnerschaft bzw. einen Schüleraustausch mit der Gesamtschule Neunkirchen aufzubauen. Die Delegation bestand aus sechs Personen zu je einer Hälfte aus Vertretern des Gymnasiums Nr. 17 in Tscherkessk und des Bürgermeisteramts der Hauptstadt Karatschai-Tscherkessiens.

Im Vordergrund der Begegnung stand der Besuch der Gesamtschule Neunkirchen, Aufbau freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Pädagogen beider Schulen sowie Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Republik Karatschai-Tscherkessien im Saarland. Empfang in der Gesamtschule NeunkirchenUm die gesetzten Ziele umzusetzen, wurden den Gästen die Gesamtschule Neukirchen vorgestellt, die Stadt und Kreis Neunkirchen, das Saarland und nicht zuletzt auch das angrenzende Frankreich. Die Eröffnung der Ausstellung „Eindrücke aus Karatschai-Tscherkessien“, die am 15.04.2010 in Anwesenheit und unter Beteiligung der Besucher aus dem Nordkaukasus stattfand, trug sicherlich wesentlich dazu bei, die Republik Karatschai-Tscherkessien im Saarland bekannter zu machen. Diese Ausstellung ist bis zum 30.06.2010 im Bildungszentrum der Arbeitskammer des Saarlandes zu sehen (Am Tannewald 1, 66459 Kirkel).

Das Programm begann mit einem Empfang in der Aula der Gesamtschule Neunkirchen. Bei dieser Gelegenheit lernten sich die Schulleiter und einige Kolleginnen und Kollegen kennen. Auch die Schüler brachten sich vielfältig ein. So halfen einige von ihnen, die von Zuhause aus Russisch können, beim Übersetzen, der Schulchor trug Lieder vor und die schuleigene Band zeigte ihr Können. Nicht zuletzt machte der Schülervertreter Nils Kleber großen Eindruck auf die Gäste, der in seiner Ansprache für den Schüleraustausch geworben hat. Nach einem typisch saarländischen Mittagessen folgte eine Führung durch Hüttengelände in Neunkirchen.

Am nächsten Tag besichtigten die Gäste die Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche „Robinsondorf Neunkirchen“ als mögliche Unterkunft für eine Schülergruppe aus Karatschai-Tscherkessien. Danach folgte ein Empfang beim Bürgermeister der Stadt Neunkirchen, Herrn Aumann. Dieser war spontan so begeistert, dass er am selben Abend zu der Eröffnung der für den kommenden Abend geplanten Ausstellung „Eindrücke aus Karatschai-Tscherkessien“ nach Kirkel kam. Nach dem Mittagessen in der Schulmensa nutzten die Pädagogen aus Tscherkessk die Gelegenheit, sich näher mit der Gesamtschule Neunkirchen vertraut zu machen. Die Russisch sprechenden Schüler führten sie durch die Schule. Anschließend nahmen die Besucher aktiv an der Russisch-AG teil. Der andere Teil der Besuchergruppe schaute sich inzwischen Neunkirchen an. Am Abend folgte die Ausstellungseröffnung im Bildungszentrum der Arbeitskammer, die von der Band Liedstöckl begleitet wurde. Gemeinsame Fahrt nach ParisNach offiziellen Reden folgte ein gemütliches Beisammensein, bei dem viele Erfahrungen ausgetauscht und Fragen beantwortet wurden.

Der nächste Tag war ein Highlight: Eine gemeinsame Fahrt nach Paris – mit dem ICE sozusagen um die Ecke! Diese kulturelle Freizeitveranstaltung war eine gute Gelegenheit für die künftigen Partner, sich besser kennen zu lernen und etwas näher zu kommen.

Am Wochenende folgte das Kennenlernen des Saarlandes und angrenzenden Lothringens. Ein Stadtbummel durch Saarbrücken mit Besuch der gerade auf dem Tbiliser Platz stattfindenden Tourismusbörse Nordsee wurde mit einer Straßenbahnfahrt nach Sarreguemines kombiniert.

Am Montagnachmittag fand ein Abschlussgespräch an der Gesamtschule Neunkirchen statt. Die Gäste bedankten sich herzlich für die schöne Zeit, die sie im Saarland und in Frankreich verbringen durften. Die Zeit hätte nicht gereicht, um alle Eindrücke zu schildern, die sie hatten sammeln können. Direktor des Gymnasiums Nr. 17 Magomet Bayramukov war vor allem von dem „demokratischen Geist“ beeindruckt, der an der Gesamtschule herrscht. Die enge Einbindung von Schülern während des Besuches der Schule sei eine hervorragende Sache gewesen. Seine Stellvertreterin Nadezhda Lasch meinte, sie würde einiges von dem, was sie gesehen hat, direkt zuhause umsetzen. Unabhängig davon, wie die Gesamtschule Neunkirchen sich in der nächsten Gesamtkonferenz bezüglich einer Schulpartnerschaft oder eines Schüleraustauschs entscheiden wird, machte die stellvertretende Bürgermeisterin von Tscherkessk Roza Chadzhigolova den Vorschlag, auf jeden Fall eine Gruppe Schülern aus Tscherkessk im September für eine Woche ins Robinsondorf zu schicken. Sie bat darum, den Kindern Kontakte und gemeinsame Aktivitäten zu ermöglichen. Anschließend mussten unsere Gäste in die Landkreisverwaltung nach Ottweiler, die Träger der Gesamtschule Neunkirchen ist. Dort wartete auf sie der Landrat des Landkreises Neunkirchen Dr. Rudolf Hinsberger. Die zwei Stunden bei ihm verflogen viel zu schnell, das Gespräch war anregend und intensiv. Die Wichtigkeit solcher Kontakte brach die Präsidentin der WOG im Saarland e.V. bereits am Anfang des Gesprächs zum Ausdruck: „Wer sich kennt, schießt nicht aufeinander“.

Am nächsten Tag musste man sich verabschieden und den Gästen viel Glück für die Heimreise wünschen. Und tatsächlich – trotz der dräuenden Aschewolke schafften sie es noch am selben Tag nach Moskau zu fliegen.

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Dieses Projekt wurde durch die Stiftung West-Östliche Begegnungen gefördert.

West-Ost-Freundschaftsgesellschaft im Saarland e.V., Geranienstr. 35, D-66265 Heusweiler
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