Christine Weirich
Ende Februar 2010 besuchte eine Abordnung der Gesamtschule Neunkirchen die nordkaukasische Teilrepublik Russlands Karatschai-Tscherkessien. Wieder angekommen im Saarland, sind die Eindrücke ihres Besuchs vielfältig.
Zu sechst reisten sie in den Kaukasus, um die Voraussetzungen für einen eventullen Schüleraustausch mit dem Gymnasium Nr. 17 aus Tscherkessk, der Hauptstadt Karatschai-Tscherkessiens, zu beurteilen.
Die Delegation bestand aus Waldemar Weirich (der stellvertretende Vorsitzende der WOG), Beate Dantzer-Gergen (die Vorsitzende des Fördervereins der Gesamtschule Neunkirchen und Mutter eines Schülers der Schule), Tanja Meyer (Sozialpädagogin, Schulsozialarbeit (AWO) an der Gesamtschule), und drei Lehrern der Gesamtschule Neunkirchen Jeannette Koch, Friedhelm Mayer und Ralph Schmidt, der Mitglied unseres Vereins ist und die Abordnung seitens der Schule anführte.
Der Empfang in der Schule war sehr herzlich und beeindruckend. Die geplante Partnerschule wollte sich von ihrer besten Seite zeigen und es wurde bewusst, wie viel ihr an dieser Partnerschaft liegt. Das Gefühl, dass auf unsere Programmwünsche und Vorschläge eingegangen wurde, hat uns alle sehr erfreut.
Das Schulgebäude wurde erst 1987 neu gebaut und teilweise mit modernen Medien wie White Boards und Computer ausgestattet. Die finanzielle Unterstützung tragen hierbei meist die Eltern der Schüler.
Magomet Bajramukov ist der Direktor der Schule und unter seiner Leitung werden 1.760 Schüler von 127 Lehrkräften in zwei Schichten, morgens und nachmittags, unterrichtet. Die Schüler stellen einen Mix aus allen sozialen Schichten dar, wobei auch einige aus weit entfernten Vororten kommen.
Besonderen Wert wird in der Schule aus Karatschai-Tscherkessien auf sportliche Aktivitäten gelegt, und dies zeigt sich unter anderem anhand des Gewinns eines überregionalen Basketballturniers. Die Fremdsprachen Englisch und Französisch sind an der Schule aber auch von großer Bedeutung.
Außerdem werden an der Schule eine Sozialpädagogin, eine Schulpsychologin und eine Krankenschwester beschäftigt. Die Krankenschwester verfügt über ein Krankenzimmer und außerdem gibt es einen Wachdienst (mit Videoüberwachung), der die Schule rund um die Uhr bewacht.
Die strikte Kleiderordnung (schwarz-weiß) und feste Rituale haben einen Hauch des traditionellen Unterrichtsstils der Sowjetzeit hinterlassen. Insgesamt trägt die Schule den Ruf eines Elitegymnasiums.
Die Stadt selbst und ihr Zentrum sind relativ überschaubar. In dieser Jahreszeit gibt es wenig Spektakuläres. Das soll sich jedoch in den Sommermonaten ändern. Dann herrscht auch hier mehr Treiben und es gibt ein größeres Angebot an Märkten und Aufführungen.
Nach einigen Besichtigungen und genauer Prüfung wurde eine Unterkunft für die deutschen Schüler auserwählt, die den finanziellen Rahmen nicht sprengt und trotzdem den europäischen Ansprüchen genügt.
Abschließend kam bei der Reise heraus, dass man unseren Schülern solch eine Reise gerne zumuten kann. Die Verhältnisse dort sind zwar nicht gerade auf unserem europäischen Stand, jedoch sollte genau das den Reiz dieses Austauschs bilden: die Möglichkeiten, eine neue Welt mit interessanten Menschen kennenlernen und dort viel an Lebenserfahrung und neuen Eindrücken sammeln können. Ein Zitat von Ralph Schmidt ist sehr treffend: „Dazu gehört die Auseinandersetzung mit einer fremden Kultur, das Erleben einer ursprünglichen Landschaft und die Bekanntschaft mit Menschen, deren Gastfreundlichkeit keine bloße Floskel ist.“
In der zweiten Hälfte April dieses Jahres erwarten wir ein Gegenbesuch aus Tscherkessk, der pünktlich zur Eröffnung der Ausstellung über Karatschai-Tscherkessien eintreffen wird, welche die WOG Saar am 15. April 2010 im Bildungszentrum Kirkel veranstaltet. Wir sind sehr gespannt auf die Fortsetzung dieses Projektes und bemühen uns, es so bald wie möglich in die Tat umsetzen zu können.
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Dieses Projekt wird durch die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch gefördert.
Die gesammelten Eindrücke sind auch in den Fotoalben zusammengefasst, die auf dieser Homepage eingestellt sind.
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